Lymphdrainage richtig anwenden: Wann sie sinnvoll ist und wann nicht

Lymphdrainage richtig anwenden: Wann sie sinnvoll ist und wann nicht
Lymphdrainage richtig anwenden: Wann sie sinnvoll ist und wann nicht

Lymphdrainage richtig anwenden: Wann sie sinnvoll ist und wann nicht

Was hinter Schwellungen wirklich steckt

Schwellungen entstehen, wenn das Lymphsystem Flüssigkeit im Gewebe nicht ausreichend abtransportieren kann. Gründe dafür sind sehr unterschiedlich: operative Eingriffe, Verletzungen, Gefäßschwächen oder chronische Stauungen in Beinen und Armen.
Nicht jede Schwellung benötigt sofort eine intensive Entstauungsmaßnahme, aber ein gezielter Umgang damit entscheidet darüber, wie gut sich Belastung und Bewegung wieder anfühlen.

Lymphdrainage ist ein wirksamer Ansatz – allerdings nur dann, wenn Ursache und Reiz genau eingeordnet sind.

Wann Lymphdrainage sinnvoll ist

Die Manuelle Lymphdrainage (MLD) gehört zu den etablierten physiotherapeutischen Techniken zur Entstauung von Gewebe. Sie wird sanft durchgeführt, ohne Druck, ohne Kneten und ohne schmerzhafte Techniken.

Sinnvoll ist die Behandlung insbesondere bei:

  • postoperativen Schwellungen (z. B. nach Knie-, Brust- oder Bauchoperationen)

  • lymphatischen Stauungen in Armen oder Beinen

  • Ödemen nach Verletzungen oder Ruhigstellung

  • chronischen Lymphabflussstörungen

  • sensiblen, spannungsbedingten Schwellungen

Ziel ist nicht nur Volumenreduktion, sondern die Verbesserung der Gewebespannung, Beweglichkeit und Belastbarkeit.

Wann Lymphdrainage nicht angebracht ist

Auch wenn die Methode sanft ist, gibt es Situationen, in denen keine Lymphdrainage durchgeführt werden sollte.
Wichtig ist Abklärung mit ärztlicher Begleitung und klare Indikation.

Nicht empfohlen ist Lymphdrainage bei:

  • akuten Infektionen mit Fieber

  • frischen Thrombosen und ungeklärter Gefäßproblematik

  • aktiven Entzündungszuständen ohne Diagnose

  • ausgeprägter Herzinsuffizienz ohne medizinische Abstimmung

Hier würde zusätzliche Flüssigkeitsmobilisierung den Kreislauf unnötig belasten.

Was die Lymphdrainage auszeichnet

Im Gegensatz zu klassischer Massage zielt Lymphdrainage nicht auf Muskeltonus oder Triggerpunkte. Sie arbeitet an Strukturen, die Flüssigkeit leiten und verteilen.
Die Griffe sind rhythmisch, leicht und folgen anatomischen Ableitwegen.

Wirkungsschwerpunkte:

  • Reduktion von Druckgefühl

  • verbesserter Gewebestoffwechsel

  • erleichterte Gelenkbewegung

  • spürbare Entlastung im Alltag

Besonders nach Operationen profitieren Betroffene von der sanften Entstauung, da das Gewebe auf Druck oft empfindlich reagiert.

Wie Bewegung den Effekt ergänzt

Eine reine Entstauung ohne Aktivität wirkt selten nachhaltig. Bewegung unterstützt den Lymphfluss, ohne Belastung zu erzeugen.

Empfehlenswert sind:

  • kurze Gehintervalle statt langes Sitzen

  • lockere Mobilisation der Beine und Arme im Tagesverlauf

  • bewusst ruhige Atemführung zur Spannungsreduktion

  • hochgelagerte Positionen zur Entlastung

Entscheidend ist Gleichmäßigkeit, nicht Intensität.

Physiotherapeutische Begleitung in Düsseldorf

Therapeutinnen und Therapeuten prüfen vor Beginn der Behandlung, ob das Gewebe auf Druck empfindlich reagiert, ob Stauungen lokal begrenzt sind oder systemisch auftreten und ob Kompression sinnvoll ergänzend eingesetzt werden kann.

Ziele:

  • Entlastung ohne Überreizung

  • spürbare Reduktion der Spannung

  • gesteigerte Gewebeelastizität

  • sichere Rückkehr zur Bewegung

So wird die Behandlung zu einem strukturierten Therapieprozess und nicht zu einer reinen Entspannungsanwendung.

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